Dokumentverhalten bei Fehlschlagen der Dateiüberprüfung festlegen
Diese benutzerbezogene Richtlinie bestimmt, wie Microsoft Word ein Dokument behandelt, das die Office-Dateiüberprüfung nicht besteht.
seit 0.9.8.11
Zweck
Registry-Schlüssel anzeigen (2)
HKCU\software\policies\microsoft\office\16.0\word\security\filevalidation\openinprotectedviewHKCU\software\policies\microsoft\office\16.0\word\security\filevalidation\disableeditfrompv
Diese benutzerbezogene Richtlinie bestimmt, wie Microsoft Word ein Dokument behandelt, das die Office-Dateiüberprüfung nicht besteht. Die Dateiüberprüfung untersucht die Struktur unterstützter Dateiformate auf Abweichungen, die durch beschädigte Dateien oder manipulierte Inhalte entstehen können. Microsoft nennt für Word insbesondere die binären Word-97–2003-Formate .doc und .dot.
Die beiden Werte sind vom Typ REG_DWORD und bilden gemeinsam drei Verhaltensweisen ab:
openinprotectedview = 0: Das Dokument wird vollständig blockiert und kann nicht geöffnet werden.openinprotectedview = 1unddisableeditfrompv = 1: Das Dokument wird in der geschützten Ansicht geöffnet; ein Wechsel in den Bearbeitungsmodus ist nicht zulässig.openinprotectedview = 1unddisableeditfrompv = 0: Das Dokument wird in der geschützten Ansicht geöffnet; der Benutzer kann anschließend die Bearbeitung freigeben.
Ist die Richtlinie deaktiviert, verwendet Word das Verhalten „In geschützter Ansicht öffnen und Bearbeitung nicht zulassen“. Ist sie nicht konfiguriert, öffnet Word betroffene Dokumente in der geschützten Ansicht und lässt den Benutzer die Bearbeitung freigeben.
Hinweise
Sicherheit
Die geschützte Ansicht ist ein eingeschränkter, grundsätzlich schreibgeschützter Modus. Sie reduziert das Risiko, dass schädliche Inhalte einer strukturell manipulierten Datei beim normalen Bearbeiten wirksam werden.
Das vollständige Blockieren bietet den stärksten Schutz innerhalb dieser Richtlinie. Das Öffnen in der geschützten Ansicht ohne Bearbeitungsmöglichkeit erlaubt das Lesen des Dokuments, verhindert jedoch, dass der Benutzer die eingeschränkte Umgebung für dieses Dokument verlässt. Ist die Bearbeitung zulässig, kann der Benutzer diese Schutzgrenze aufheben; danach gelten die Einschränkungen der geschützten Ansicht nicht mehr.
Ein Fehler bei der Dateiüberprüfung beweist nicht, dass ein Dokument schädlich ist. Auch beschädigte Dateien, fehlerhaft erzeugte Dokumente oder Übertragungsfehler können die Prüfung scheitern lassen.
Diese Richtlinie schaltet die Office-Dateiüberprüfung weder ein noch aus. Sie regelt ausschließlich das Verhalten nach einer fehlgeschlagenen Prüfung. Dateien aus vertrauenswürdigen Speicherorten können die Dateiüberprüfung und die geschützte Ansicht umgehen und werden deshalb von dieser Entscheidung nicht erfasst.
Mögliche Nebenwirkungen
Vollständig blockierte Dokumente können nicht angezeigt werden. Wenn die Bearbeitung in der geschützten Ansicht untersagt ist, können betroffene Dokumente nicht regulär bearbeitet, gespeichert oder gedruckt werden. Add-Ins funktionieren in der geschützten Ansicht möglicherweise nicht wie erwartet; außerdem werden benötigte Cloudschriftarten dort nicht heruntergeladen.
Da auch beschädigte oder fehlerhaft erzeugte Dokumente die Dateiüberprüfung nicht bestehen können, können diese Einschränkungen ebenso nicht schädliche Dateien betreffen.
Hinweise
Der Richtlinienzweig 16.0 wird gemeinsam von Microsoft 365 Apps, Office 2019, Office LTSC 2021, Office LTSC 2024 und Office 2016 verwendet. Die administrativen Vorlagen führen den Kategorie- und Produktnamen dennoch als „Microsoft Word 2016“.
Wenn Application Guard für Microsoft 365 aktiviert ist, können Dokumente, die andernfalls in der geschützten Ansicht geöffnet würden, stattdessen in Application Guard geöffnet werden.
Microsoft-Dokumentation
Microsoft Support: Was ist die geschützte Ansicht?
Microsoft Learn: Richtlinieneinstellungen und der Office-16.0-Registrierungszweig
Microsoft Download Center: Administrative Vorlagendateien für Microsoft Office