Konfigurieren der Erkennung für potenziell unerwünschte Anwendungen
Der Registrierungswert steuert, wie Microsoft Defender Antivirus mit potenziell unerwünschten Anwendungen (Potentially Unwanted Applications, PUA) umgeht.
seit 0.9.8.11
Zweck
Registry-Schlüssel anzeigen (1)
HKLM\Software\Policies\Microsoft\Windows Defender\PUAProtection
Der Registrierungswert steuert, wie Microsoft Defender Antivirus mit potenziell unerwünschten Anwendungen (Potentially Unwanted Applications, PUA) umgeht. Dabei handelt es sich um Software, die nicht zwingend als Schadsoftware eingestuft wird, aber beispielsweise unerwartete Werbung einblendet, weitere Programme bündelt, Sicherheitserkennung zu umgehen versucht oder die Leistung und Nutzung des Geräts beeinträchtigt.
PUAProtection ist ein Wert des Typs REG_DWORD mit folgenden Bedeutungen:
0: Der PUA-Schutz ist ausgeschaltet. Microsoft Defender Antivirus ergreift gegen als PUA erkannte Anwendungen keine PUA-spezifischen Schutzmaßnahmen.1: Der PUA-Schutz arbeitet im Blockiermodus. Microsoft Defender Antivirus blockiert erkannte PUA-Dateien sowie Versuche, sie herunterzuladen, zu verschieben, auszuführen oder zu installieren.2: Der PUA-Schutz arbeitet im Überwachungsmodus. Potenziell unerwünschte Anwendungen werden erkannt und entsprechende Ereignisse protokolliert, jedoch nicht aufgrund dieser Einstellung blockiert.
Hinweise
Weitere Wirkungen
Im Blockiermodus werden blockierte PUA-Dateien in Quarantäne verschoben und wie andere erkannte Bedrohungen im Schutzverlauf angezeigt. Sofern Defender-Benachrichtigungen nicht anderweitig deaktiviert sind, kann der Benutzer außerdem eine mit PUA: gekennzeichnete Benachrichtigung erhalten.
Der Überwachungsmodus zeichnet Ereignisse für Anwendungen auf, gegen die der Blockiermodus vorgegangen wäre. Er verhindert weder deren Ausführung noch deren Installation. Microsoft weist darauf hin, dass diese Überwachungsereignisse in der Windows-Ereignisanzeige, jedoch nicht im Microsoft Defender-Portal ausgewertet werden können.
Sicherheit
Der Blockiermodus erweitert den Schutz von Microsoft Defender Antivirus auf Software, die zwar nicht als klassische Schadsoftware gilt, aber unerwünschte oder riskante Verhaltensweisen zeigt. Dadurch können unter anderem Adware, Softwarebündler und Programme abgefangen werden, die das Risiko weiterer Schadsoftware erhöhen oder deren Erkennung erschweren.
Der Überwachungsmodus liefert ausschließlich Erkennungsinformationen. Der Wert 0 bietet keinen PUA-spezifischen Schutz. Beide Einstellungen lassen deshalb Aktivitäten zu, die im Blockiermodus verhindert würden. Dies bedeutet nicht, dass der übrige Schadsoftwareschutz von Microsoft Defender Antivirus deaktiviert ist.
Mögliche Nebenwirkungen
Im Blockiermodus können auch Anwendungen gesperrt werden, die in einer Organisation bewusst eingesetzt werden, von Microsoft jedoch aufgrund ihres Verhaltens oder ihrer Reputation als potenziell unerwünscht eingestuft sind. Dies kann Downloads, Installationen, Programmstarts oder softwaregestützte Arbeitsabläufe unterbrechen.
Hinweise
Diese Einstellung betrifft den PUA-Schutz von Microsoft Defender Antivirus. Der separate Schutz vor potenziell unerwünschten Apps in Microsoft Edge wird durch eigene Microsoft-Defender-SmartScreen- und Edge-Richtlinien gesteuert.
Microsoft führt die zugehörige gerätebezogene Richtlinie für Windows 10 ab Version 1607 auf. Die Gruppenrichtlinieneinstellung ist in den administrativen Vorlagen für Windows 10 Version 1809 und höher enthalten. Die unterstützten Server- und Onboardingszenarien unterscheiden sich je nach Windows-Version und eingesetzter Microsoft-Defender-Lösung.
Microsoft-Dokumentation
Microsoft Learn: Defender-Richtlinien-CSP – PUAProtection
Microsoft Learn: Blockieren potenziell unerwünschter Anwendungen mit Microsoft Defender Antivirus