Benutzer- und App-Zugriff auf gefährliche Websites verhindern
Dieser Richtlinienwert steuert den Netzwerkschutz von Microsoft Defender Antivirus auf Geräteebene.
seit 0.9.8.11
Zweck
Registry-Schlüssel anzeigen (1)
HKLM\Software\Policies\Microsoft\Windows Defender\Windows Defender Exploit Guard\Network Protection\EnableNetworkProtection
Dieser Richtlinienwert steuert den Netzwerkschutz von Microsoft Defender Antivirus auf Geräteebene. Der Netzwerkschutz bewertet ausgehende Verbindungen anhand der Reputation von Domänen und Hostnamen und kann den Zugriff von unterstützten Browsern und anderen Anwendungen auf schädliche oder verdächtige Ziele verhindern. Dazu zählen beispielsweise Phishing-Seiten, Websites mit schädlichen Downloads und Quellen, über die Exploits oder Betrugsinhalte verbreitet werden.
Für EnableNetworkProtection sind folgende Werte definiert:
0: Der Netzwerkschutz ist deaktiviert.1: Der Netzwerkschutz arbeitet im Blockmodus. Erkannte Verbindungen werden verhindert und als Ereignisse protokolliert.2: Der Netzwerkschutz arbeitet im Überwachungsmodus. Verbindungen werden nicht verhindert; Zugriffe, die im Blockmodus unterbunden worden wären, werden protokolliert.
Hinweise
Weitere Wirkungen
Der Netzwerkschutz erweitert die Webschutzfunktionen von Microsoft Defender SmartScreen auf unterstützte Browser und Prozesse außerhalb von Microsoft Edge. In Verbindung mit Microsoft Defender for Endpoint kann er außerdem benutzerdefinierte Gefährdungsindikatoren für Domänen, Hostnamen, URLs oder IP-Adressen durchsetzen. Er ist darüber hinaus eine technische Grundlage für die Webinhaltsfilterung von Microsoft Defender for Endpoint.
Diese zusätzlichen Funktionen sind von den jeweiligen Defender-Diensten, Lizenzen und ergänzenden Richtlinien abhängig. Der Registry-Wert allein definiert weder benutzerdefinierte Indikatoren noch Kategorien für die Webinhaltsfilterung.
Sicherheit
Der Blockmodus verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Benutzer oder Anwendungen eine Verbindung zu bekannten schädlichen oder verdächtigen Zielen herstellen. Dadurch kann er unter anderem Phishing, das Nachladen von Schadsoftware und Verbindungen zu bekannten Angriffsquellen erschweren.
Der Überwachungsmodus bietet diese vorbeugende Wirkung nicht. Er erzeugt lediglich Ereignisse für Verbindungen, die im Blockmodus verhindert worden wären. Bei deaktiviertem Netzwerkschutz entfällt diese Schutzebene; andere Schutzmechanismen wie Microsoft Defender SmartScreen können unabhängig davon weiterhin wirksam sein.
Mögliche Nebenwirkungen
Im Blockmodus können Anwendungen oder Websites nicht erreichbar sein, wenn Microsoft das Ziel als schädlich oder verdächtig bewertet oder wenn ein dazu passender benutzerdefinierter Indikator beziehungsweise Inhaltsfilter gilt. Dies kann auch legitime Geschäftsprozesse beeinträchtigen, falls ein benötigtes Ziel irrtümlich oder aufgrund einer organisationsspezifischen Regel gesperrt wird.
Hinweise
Microsoft Defender Antivirus muss sich im aktiven Modus befinden, damit der Netzwerkschutz unter Windows wirksam ist.
Microsoft Edge wird unter Windows nicht unmittelbar durch den Netzwerkschutz überwacht. Für Webschutzfunktionen in Edge wird Microsoft Defender SmartScreen verwendet. Bei anderen unterstützten Browsern und Nichtbrowser-Anwendungen greift der Netzwerkschutz; seine Erkennungsmöglichkeiten können jedoch durch Protokolle wie QUIC oder durch verschlüsselte TLS-ClientHello-Daten eingeschränkt sein.
Die Microsoft-Richtlinienreferenz führt diese Computerrichtlinie für Windows 10 ab Version 1709 sowie spätere unterstützte Clientversionen auf. Für Windows Server gelten zusätzliche versionsabhängige Voraussetzungen und Defender-Einstellungen.
Microsoft-Dokumentation
Microsoft Learn: Defender-Richtlinien-CSP – EnableNetworkProtection